Ergänzender Fragebogen zur Kosten-Nutzen-Analyse zum Integrated Reporting Framework (IReF) für den Bankensektor
Zusammenfassung
Es handelt sich um einen von der Europäischen Zentralbank veröffentlichten ergänzenden Fragebogen (cCBA) zur Kosten-Nutzen-Analyse des Integrated Reporting Framework (IReF) für den Bankensektor, deutschsprachige Fassung des englischen Originals. Der Fragebogen datiert aus Mai 2023, ist Teil der ergänzenden CBA-Runde nach der ersten Analyse 2020–2022 und soll bis 31. Juli 2023 beantwortet werden. Inhaltlich werden zusätzliche mögliche Anforderungen für die IReF-Verordnung abgefragt, darunter die Integration länderspezifischer Berichtspflichten, granulare Kredit- und außerbilanzielle Daten, weitere Merkmale von Finanzinstrumenten sowie eine engere Abstimmung mit FINREP solo und mit EBA-ITS/CRR. Der Fragebogen umfasst u.a. Identifikationsangaben zum Befragten, detaillierte Kosten-/Nutzen-Bewertungen für verschiedene Szenarien (Implementierungs- und laufende Kosten, Nutzen auf Skalen von 0 bis 5) und offene Textfelder für zusätzliche Beobachtungen. Explizit genannt wird die mögliche Ersetzung der bestehenden EZB-Verordnungen zu BSI, MIR, SHS und AnaCredit für berichtspflichtige Kreditinstitute und sonstige Einlagen entgegennehmende Unternehmen durch eine neue IReF-Verordnung, wobei MIR und AnaCredit aufgehoben und BSI/SHS angepasst werden sollen. Der Fragebogen beschreibt, dass die NZBen mindestens 80 % der nationalen Bankbilanzsumme durch die Auswahl der Teilnehmer abdecken sollen und dass Kreditinstitute, andere Einlagen entgegennehmende Unternehmen, Bankenverbände und Dienstleister teilnehmen können, ggf. auch im Namen weiterer Institute. Ein zentrales Thema ist die Ausweitung der IReF-Verordnung auf granulare anonymisierte Daten zu Krediten natürlicher Personen und zu außerbilanziellen Posten, die für Finanzstabilität und Mikroaufsicht relevant sind, sowie zusätzliche Features wie Klimawandelstatistiken, Sicherheitenbeträge nach CRR und Nachverfolgung von Identifikatoren. Der Fragebogen behandelt operative Aspekte der Berichterstattung (Art der Datenübermittlung, Meldezeitpläne, Umgang mit Revisionen, frühzeitige Referenzdatenlieferung) und die Idee einer dynamischen Anpassung von IReF-Subdomänen und Meldeanweisungen an Änderungen der EBA-ITS, CRR und FINREP solo. Neu gegenüber der vorangegangenen CBA-Runde ist, dass eine breite Palette zusätzlicher potenzieller Anforderungen systematisch getestet wird und deren Ergebnis direkt in die Ausarbeitung des IReF-Verordnungsentwurfs einfließen und damit die öffentliche Konsultation sowie den finalen Beschluss des EZB-Rats vorbereiten soll.